DDoS-Attacken bei Wahlen

DDoS-Attacken bei Wahlen: Gefahren für Demokratie und Öffentlichkeit

Wie Cyberangriffe die Stabilität demokratischer Prozesse bedrohen

Politisch motivierte Cyberkriminelle nutzen zunehmend Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS), um gezielt Aufmerksamkeit zu erzeugen und Chaos zu stiften – insbesondere während politisch brisanter Ereignisse wie Wahlen. Der Cybersecurity-Report 2025 von Myra Security beleuchtet die zunehmenden Bedrohungen und zeigt, wie DDoS-Angriffe demokratische Prozesse gefährden können.

Zunahme schädlicher Traffic-Ströme
Der Myra Cybersecurity Report 2025 zeigt ein gemischtes Bild: Während die Anzahl schädlicher Requests im zweiten Halbjahr 2024 zurückging, stieg sie im Gesamtjahr dennoch um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2024 nahm das Volumen schädlicher Traffic-Ströme um 53 Prozent zu. Im Juli 2024 erreichte der schädliche Datenverkehr seinen Höhepunkt, bevor internationale Ermittlungsbehörden mehrere zentrale Cybercrime-as-a-Service-Plattformen erfolgreich offline nahmen.

Trotz dieser Fortschritte bleibt die Bedrohungslage ernst: Unternehmen sehen sich durchschnittlich 49 Attacken pro Jahr ausgesetzt, die Kosten solcher Angriffe gehen in die Milliarden. Ein prägnantes Beispiel ist der CrowdStrike-Vorfall, bei dem durch ein fehlerhaftes Update weltweit etwa 8,5 Millionen Windows-Systeme ausfielen.

Der öffentliche Sektor als bevorzugtes Ziel
Laut Myra Security sind öffentliche Institutionen in Europa das bevorzugte Ziel von DDoS-Angriffen. Ein Drittel aller gemeldeten Attacken richtet sich gegen Webseiten und Dienste von Behörden. Besonders häufig sind diese Angriffe politisch motiviert: 40 Prozent der Überlastungsangriffe werden von Aktivisten oder staatlich unterstützten Akteuren durchgeführt.

Ein Beispiel für die Gefährdung demokratischer Prozesse ist Rumänien: Im Dezember 2024 wurde die Wahlinfrastruktur des Landes während der Präsidentschaftswahl Ziel von 85.000 Cyberangriffen. Diese Attacken wurden durch Desinformationskampagnen in sozialen Medien begleitet, woraufhin die erste Wahlrunde vom obersten Gericht Rumäniens für ungültig erklärt wurde.

DDoS-Angriffe bei Wahlen: Sabotage demokratischer Prozesse
Wahlen bieten eine ideale Bühne für Cyberkriminelle, um maximale Aufmerksamkeit zu generieren. Im September 2024 verzeichnete Myra mehrere DDoS-Angriffe auf österreichische Organisationen im Zusammenhang mit den Nationalratswahlen. Auch in Deutschland warnte das Bundesamt für Verfassungsschutz im Vorfeld der Bundestagswahl vor möglichen Cyberangriffen, die von anderen Staaten initiiert werden könnten.

Warnung von Experten: Demokratie in Gefahr
„Die sabotierten Präsidentschaftswahlen in Rumänien liefern die Blaupause: Ein KI-Botnetz reicht aus, um unsere Demokratie vollständig zu untergraben. Die Zeit der Warnungen ist vorbei – entweder wir rüsten unsere digitale Resilienz jetzt auf oder wir verlieren die Kontrolle über unsere demokratischen Prozesse“, erklärt Sergej Epp, CISO bei Sysdig und Mitglied des Myra Advisory Boards.

Auch Christof Klaus, Director Global Network Defense bei Myra, betont die Bedeutung einer gestärkten digitalen Verteidigungsfähigkeit: „Politisch und wirtschaftlich befinden wir uns in herausfordernden Zeiten. Cyberangriffe und Desinformation zielen darauf ab, diese Lage weiter zu destabilisieren. Es ist entscheidend, unsere digitale Resilienz auszubauen, um unsere Demokratie und Wirtschaft zu schützen.“

Fazit: Zeit für proaktiven Schutz
DDoS-Angriffe sind eine ernstzunehmende Bedrohung für demokratische Prozesse und öffentliche Institutionen. Die zunehmende Professionalisierung solcher Attacken durch Cybercrime-as-a-Service-Plattformen und der Einsatz von KI-Botnetzen machen deutlich, dass es jetzt mehr denn je erforderlich ist, die digitale Resilienz zu stärken.

Demokratische Staaten müssen gemeinsam daran arbeiten, ihre Cyberabwehr zu verbessern, Desinformation zu bekämpfen und die IT-Infrastruktur zu schützen, um die Stabilität ihrer politischen und gesellschaftlichen Prozesse zu gewährleisten.

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