Phishing trotz 2FA

Phishing trotz Zwei-Faktor-Authentifizierung: Warum 2FA nicht mehr ausreicht

Neue Angriffstechniken umgehen 2FA-Schutz

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) galt lange als effektives Mittel gegen Phishing-Angriffe. Doch Cyberkriminelle haben ihre Methoden weiterentwickelt und nutzen neue Techniken, um sich trotz 2FA Zugang zu Netzwerken und Geräten zu verschaffen. Unternehmen müssen daher ihre Sicherheitsstrategien anpassen, um auch gegen moderne Angriffsmethoden gewappnet zu sein.

Warum ist Phishing trotz 2FA erfolgreich?

Moderne Phishing-Methoden umgehen die Zwei-Faktor-Authentifizierung, indem sie Zugangsdaten und Session-Tokens direkt abfangen. Besonders gefährliche Angriffsformen sind:

  • Browser-in-the-Browser-Angriffe: Gefälschte Anmeldefenster täuschen Nutzer und leiten ihre Login-Daten an Angreifer weiter.
  • Evilginx-Phishing: Ein Man-in-the-Middle-Angriff, bei dem der Hacker sich zwischen Nutzer und Server schaltet und die Authentifizierungsdaten ausliest.
  • Device Code Phishing: Angreifer geben sich als IT-Support aus und überreden Opfer, eine Authentifizierung auf einer legitimen Website durchzuführen – dabei wird der Angreifer autorisiert.

Solche Angriffe ermöglichen es Kriminellen, Access Tokens zu stehlen, die eine erneute Authentifizierung überflüssig machen. Dadurch erhalten sie dauerhaft Zugriff auf Unternehmensnetzwerke und Cloud-Dienste.

Wie können Unternehmen sich schützen?

1. Passkey- und FIDO2-Authentifizierung einführen

  • FIDO2 und Passkeys ersetzen klassische Passwörter durch kryptografische Schlüsselpaare.
  • Schlüssel sind an die Domain des Anbieters gebunden – gefälschte Login-Seiten funktionieren nicht.
  • Kein Passwort-Diebstahl möglich, da private Schlüssel das Gerät nicht verlassen.

2. Security Awareness und Schulungen intensivieren

  • Mitarbeiterschulungen müssen aktuelle Phishing-Methoden einbeziehen.
  • Simulierte Phishing-Kampagnen helfen, die Gefahr greifbar zu machen.
  • Sensibilisierung für Social-Engineering-Angriffe, insbesondere im IT-Support-Bereich.

3. SIEM und SOC zur Angriffserkennung nutzen

  • Security Information and Event Management (SIEM) sammelt Log-Daten und erkennt verdächtige Aktivitäten.
  • Security Operations Center (SOC) überwacht in Echtzeit und blockiert Angriffe sofort.
  • Security Orchestration, Automation and Response (SOAR) automatisiert Abwehrmaßnahmen.

4. Managed Security Services für den Mittelstand

  • Viele KMUs haben nicht die Ressourcen für ein eigenes SOC – hier helfen Managed Detection and Response (MDR)-Dienste.
  • Spezialisierte Analysten überwachen verdächtige Aktivitäten und geben Handlungsempfehlungen.
  • MDR-Services bieten eine ähnliche Sicherheitsstufe wie große Konzerne, aber ohne hohen internen Aufwand.

Fazit: Moderne Authentifizierung und schnelle Reaktion sind entscheidend

Cyberkriminelle haben ihre Methoden weiterentwickelt, um klassische 2FA-Maßnahmen zu umgehen. Phishing bleibt einer der größten Bedrohungsvektoren für Unternehmen. Eine Kombination aus FIDO2-Authentifizierung, Awareness-Training, SIEM-Überwachung und Managed Security Services kann jedoch dabei helfen, sich wirksam gegen Angriffe zu schützen.

Unternehmen, die ihre Sicherheitsstrategie jetzt anpassen, reduzieren das Risiko erfolgreicher Phishing-Attacken erheblich und sichern ihre Netzwerke zuverlässig ab.

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