Wie Unternehmen ihre Software-Lieferketten sicherer machen können
Der jüngste Vorfall bei CrowdStrike hat die Schwachstellen digitaler Infrastrukturen schonungslos offengelegt. Ein Speicherfehler in einem Update führte weltweit zum Ausfall kritischer Systeme – von Flugbuchungssystemen bis hin zu Krankenhäusern. Obwohl der Vorfall unbeabsichtigt war, unterstreicht er die Dringlichkeit, die Sicherheit von Software-Lieferketten zu stärken.
Die Herausforderungen der modernen Software-Lieferkette
In der heutigen Softwareentwicklung sind Open-Source-Komponenten und Drittanbieter-Tools unverzichtbar, erhöhen jedoch die Komplexität und die potenzielle Angriffsfläche.
- Zerklüftete Lieferketten: Moderne Software besteht häufig aus Hunderten von Komponenten unterschiedlicher Anbieter.
- Fehler oder gezielte Angriffe: Sowohl unbeabsichtigte Fehler als auch Supply-Chain-Angriffe können gravierende Auswirkungen haben.
- Mangelnde Transparenz: Ohne klare Übersicht über die genutzten Komponenten bleiben potenzielle Schwachstellen oft verborgen.
Ein bekanntes Beispiel ist der Angriff auf XZ Utils, bei dem Angreifer zwei Jahre lang eine Hintertür in Linux-Server einschleusten – ein massiver Sicherheitsverstoß, der die Relevanz der Lieferkettensicherheit verdeutlicht.
Sichere Softwareentwicklung durch „Security by Design“
Um die Risiken zu minimieren, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der Sicherheit von Beginn an in den Entwicklungsprozess integriert.
1. Automatisierte Überprüfung von Komponenten
Tools wie Software Composition Analysis (SCA) ermöglichen es, Schwachstellen in Open-Source-Bibliotheken frühzeitig zu identifizieren und zu beheben.
2. Transparenz durch SBOMs
Software Bills of Materials (SBOMs) schaffen eine vollständige Übersicht über alle genutzten Komponenten, ihre Herkunft und potenzielle Sicherheitsrisiken.
3. Standards für „Security by Design“
Bereits in der Planungsphase sollten schlanke und transparente Architekturen bevorzugt werden, da komplexe Systeme oft anfälliger für Angriffe sind.
4. Regelmäßige Überwachung und Updates
EU-Richtlinien wie der Cyber Resilience Act schreiben vor, dass Softwarekomponenten mindestens fünf Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt werden müssen.
Lehren aus dem CrowdStrike-Vorfall
Der CrowdStrike-Vorfall zeigt, dass Sicherheitsmaßnahmen über die reine Automatisierung hinausgehen müssen. Folgende Punkte sind essenziell:
- Automatisierung reicht nicht aus: Automatisierte Prozesse können Fehler beschleunigen, wenn sie nicht durch strenge Qualitätssicherung begleitet werden.
- Transparente Lieferkette: Alle genutzten Komponenten müssen dokumentiert und auf Schwachstellen geprüft werden.
- Gründliche Tests: Updates und neue Versionen sollten vor ihrer Veröffentlichung umfassend getestet werden.
Fazit: Prävention ist der Schlüssel
Software-Lieferketten sind das Rückgrat moderner IT-Systeme – und gleichzeitig eines der anfälligsten Glieder. Der CrowdStrike-Vorfall verdeutlicht, wie wichtig Transparenz, automatisierte Sicherheitsprüfungen und eine konsequente Sicherheitsstrategie sind.
Unternehmen, die ihre Lieferketten mit SBOMs, Security by Design und regelmäßigen Sicherheitsupdates absichern, minimieren Risiken und stärken ihre Resilienz gegenüber Cyberangriffen und technischen Fehlern.
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